SV Bronn - TSV Lauf

Spielpaarung

SV BronnTSV Lauf
2 : 3 (0 : 1)

Spielbericht

Spätes Bronner Eigentor lässt die Roten Teufel aufatmen

Nach dem unbefriedigenden 2:2 im Hinspiel gelang dem TSV Lauf zum Rückrundenstart ein später Auswärtssieg beim Bronner Sportverein. Eine relativ lange Durststrecke von zuletzt vier Partien ohne Sieg und nur mageren zwei Pünktchen nahm damit ihr Ende. Wie schon zum Saisonstart so bewies die Elf von Herbert Teufel auch diesmal Moral und ließ sich nicht durch einen zeitweiligen 1:2-Rückstand aus dem Konzept bringen (zuhause hatte man damals gar mit 0:2 zurückgelegen). In nahezu Bestbesetzung – auf Victor Gradert und Tobias Schlösser musste diesmal trotzdem verzichtet werden – probierte es Cheftrainer Teufel mit einer Systemumstellung.

Aus dem 4-1-4-1 baute der erfahrene Trainerfuchs ein 4-4-2-System, in welchem der zweite Stürmer, neben Alexander Raum, alle Freiheiten zugestanden bekam. Auf dieser Position begann zunächst Kynatidis, der jedoch zeitweilig verletzungsbedingt nicht mitwirken konnte. Das Mittelfeld bestand an diesem Sonntag aus Fabian Gruber (nach längerer Verletzung erstmals wieder von Beginn dabei), Schmitt, Volkmann und Burkhardt. Die Defensive blieb ohne personelle Veränderungen – für 120 Sekunden! Denn bereits nach dem ersten Angriff der Bronner musste Innenverteidiger Christian Knell nach einem Klärungsversuch ausgetauscht werden. Wagner kam für ihn und besetzte die Position des rechten Verteidigers, so dass Michael Gruber auf Knells Position rutschte.

Das Spiel an sich war in der ersten Halbzeit von viel Stückwerk geprägt. Viele Abspielfehler auf beiden Seiten und ein nicht ausreichendes Zweikampfverhalten in zu vielen Szenen animierten den Laufer Trainer immer wieder zu lautstarken Instruktionen an seine Spieler. Ein Teil der Schuld muss den widrigen Platzverhältnissen in der ZiegelhüttenArena zugesprochen werden. An ein sauberes Kurzpassspiel war nur schwer zu denken, da die Unebenheiten eine Ballkontrolle oftmals erschwerten.

Doch auch fehlte in Durchgang eins bisweilen die nötige Konzentration und Übersicht. Die Ruhe am Ball und das Auge für den Nebenmann wurden erst in den zweiten 45 Minuten besser. Das so kaum Spielfluss zustande kam, lag durchaus auch am Gastgeber, der ebenfalls kaum etwas anzubieten hatte. Dafür waren die Bronner vor allem in den Zweikämpfen, so schien es, einen Tick bissiger und präsenter. Daraus folgerten auch die besseren Tormöglichkeiten, die in Spielhälfte eins auf Seiten des SVB zu finden waren. Für eine Pausenführung der Heimelf hätte es durchaus reichen können. Nachdem auch Kynatidis nach einer guten Viertelstunde ausgetauscht werden musste, ergaben sich erneute Änderungen, die jedoch vom Team schnell verarbeitet wurden. Der griechische Neuzugang kam jedoch nach circa 35 Minuten wieder zurück ins Spiel, weshalb Julian Wagner wieder auf der Bank Platz nehmen durfte. Durchaus unvorhersehbar gelang dann den Laufern kurz vor dem Seitenwechsel das Tor zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt, als Burkhardt einen Vorstoß im zweiten Anlauf verwertete.

Dies sorgte für zusätzliche Motivation zu Beginn des zweiten Spielabschnitts, der alles andere als gut begann. Kaum drei Minuten waren absolviert, da war der knappe Vorsprung auch schon wieder passe. In der 1-gegen-1-Situation auf halbrechter Seite war Tormann Beyer noch siegreich, wenige Sekunden später sah die Verteidigung auf Höhe der Auslinie jedoch nicht gut aus, als sich der Angreifer der Bronner zum Torerfolg stehlen konnte. Die Roten Teufel hatten zwar nicht sichtbar nachgelassen, doch Bronn erwischte jetzt bessere Angriffsaktionen und brachte den TSV-Keeper des Öfteren in Bedrängnis.

So auch in Minute 62, als der Ball zu lange über die Köpfe der Defensive gespielt werden konnte. Ein Schuss aus mittlerer Distanz bedeutete dann den Rückstand nach einer guten Stunde absolvierter Spielzeit. Erst in der Folge boten sich sichtbar mehr Räume für den TSV Lauf und dessen Offensivabteilung. Die Mentalität war jetzt wieder zu erkennen und die Aktionen nach Vorne wurden endlich strukturierter vorgetragen. Dabei fiel auf, dass die Abwehr des SVB nun nicht mehr so engmaschig stand wie noch im ersten Abschnitt, als Stürmer Raum kaum mal einen Ball verarbeiten konnte. Mehr Platz bedeutete zugleich eine zunehmende Zahl an gewinnbringenden Torszenen, bei denen vorwiegend Burkhardt und Raum, später auch Kynatidis beteiligt waren. Auch Außenverteidiger Michael Gruber versuchte sich das ein oder andere Mal mit einzuschalten, wurde dann jedoch wieder in den Defensivbereich zurückbeordert. Das 2:2 nach 77 Minuten hatten sich die Laufer dann tatsächlich verdient. Ein für das Gästespiel typisches Tor war zustande gebracht worden. Ein sauberer, aus der Tiefe des Raumes gespielter Ball, fand den gestarteten Angreifer Raum, der von der Strafraumkante ins kurze Eck abschließen durfte und so immerhin auch schon zu Saisontor Nummer acht kam.

Ab Mitte der zweiten Hälfte wurde das Spiel, vor allem auch durch von außen hereingetragene Emotionen, zunehmend hitziger. Dabei entschied Schiedsrichter Ingbert Hautsch nicht in jeder Situation nachvollziehbar, ließ sich aber keine krassen Fehlentscheidungen zu Schulden kommen. Eher fragwürdig ist die Entscheidung des Unparteiischen in Minute 82 zu beurteilen, in der Alexander Raum den roten Karton gezeigt bekam. Zwar handelte es sich um ein klares Foul, das von der Seite aus erfolgte, doch eine gelbe Karte hätte es möglicherweise auch getan. So müssen die Laufer jedoch in der nächsten Woche, zum letzten Spiel im Jahr 2011 gegen den ASV Pegnitz II, auf ihren treffsichersten Spieler verzichten. Dies konnte auch die rote Karte, die direkt im Anschluss an einen Bronner Spieler wegen allgemeiner Unflätigkeiten gegenüber Spieler des TSVs und des Schiedsrichters vergeben wurde, nicht wettmachen.

Immerhin nahm die Auswärtstour doch noch ein glückliches Ende. Nachdem bereits in der regulären Spielzeit Möglichkeiten auf einen Siegtreffer gegeben waren, musste es in der 91. Minute ein Spieler der Bronner erledigen und den Ball über die Linie drücken. Der Schuss von Burkhardt von der rechten Seite lenkte der Heimtorwart so unglücklich ab, dass dieser dem Verteidiger an den Körper sprang, von welchem der Ball ins Tor sprang. Nicht nur vom tabellarischen Bild ausgehend – der TSV ist nun immerhin wieder Tabellenvierter mit 23 Punkten – sondern auch aus psychologischer Sichtweise war dieser späte Treffer durchaus bedeutend. Diese Platzierung, das Saisonziel des letztjährigen Tabellenvierten, kann am kommenden Sonntag zuhause gefestigt werden, so dass man mit einem guten Gefühl die Winterpause antreten kann.

von Julian Wagner (Pegnitz Zeitung)

Infobox

Kreisklasse 4 - 16.Spieltag
Vollmannschaft - männlich
Datum: 20.11.2011 um 14:30 Uhr
Ort: nicht bekannt

Zuschauer

80

Torschützen

Andreas Burkhardt
0:1 (44.)
nicht bekannt
1:1 (48.)
nicht bekannt
2:1 (62.)
Alexander Raum
2:2 (77.)
nicht bekannt
2:3 (90.+1) - Eigentor

Spiele zwischen diesen Mannschaften

20.11.201114:30Kreisklasse 416. SpieltagSV Bronn - TSV Lauf2 : 3Spielbericht
08.08.201115:00Kreisklasse 41. SpieltagTSV Lauf - SV Bronn2 : 2Spielbericht
20.03.201115:00Kreisklasse 419. SpieltagTSV Lauf - SV Bronn2 : 0Spielbericht
29.08.201015:00Kreisklasse 44. SpieltagSV Bronn - TSV Lauf1 : 5Spielbericht